Historie

In der Zeit allgemeiner Arbeitslosigkeit im Jahre 1932 wurde die „Ruhlaer Skihütte“ von Wintersportverein Ruhla- Sportclub 07 e.V. als Vereinshaus und Sportstützpunkt erbaut. Schon im Jahre 1923 wurde der Beschluss gefasst, einen solchen Stützpunkt oberhalb Ruhlas zu schaffen. Es verstrichen aber noch mehr als acht Jahre, ausgefüllt mit Anträgen, Ablehnungen, Genehmigungsverfahren und wiederholten Ortsterminen, ja sogar einem Prozess gegen die Herzogliche Forstverwaltung, bis sich die Landesregierung einschaltete, Zustimmung signalisierte und Standort- und Baugenehmigung empfahl.

Maßgebliche Betreiber im Sportclub waren der langjährige Vereinsvorsitzende Hugo Köllner, Alfred Beyer, Ernst Firnau und Karl Kohlstock.

Am 1. August 1932 wurde schließlich mit dem Bau begonnen.

Vier arbeitslose Wintersportler wurden beschäftigt und bezahlt. Die Finanzierung wurde aus Vereinsgeldern, z.B. Eintrittsgeldern zu Sportveranstaltungen, wie dem internationalen Länderspringen 1931 u.s.w., aus Bausteinverkauf und einer Anleihe des Fabrikanten Heinrich Thiel getätigt. Heinrich Thiel war einer der Mitbegründer des Wintersportclubs und als begeisterter Wintersportler erließ er dem WSC 07 e.V. 300,- RM, der Anleihe von 3000,- RM, sozusagen als Sponsorenbeitrag.

Richtfest war am 1. September 1932 und gleich nach der Einweihung mit dem Namen „Heinrich Thiel – Hütte“ wurde am 1. Oktober, bei vorläufiger Genehmigung, mit dem Gaststättenbetrieb begonnen. Im Dachgeschoß wurde ein Matratzenlager eingerichtet und für Hüttenaufenthalt bzw. Übernachtungen differenzierte Groschenbeträge erhoben. Eine endgültige Schankkonzession wurde 1935 erteilt, nachdem die Forderungen nach einer größeren Küche und Toiletten, durch einen Anbau auf der Südseite erfüllt worden waren. Die ursprünglichen Maße von 9,5 x 7,5 m wurden 1938 auch durch einen Veranda- Anbau auf der Nordseite, der später zum Wintergarten umfunktioniert wurde, korrigiert. Im Jahre 1940 wurde eine große Dachgaube aufgesetzt, um für den Hüttenwirt einen Schlafraum zu haben.

Erster Hüttenwirt bis 1944 war Sportfreund Karl Kohlstock.

Ende 1944 wurde die Hütte kriegsbedingt geschlossen, 1945 diente sie als Flüchtlingsquartier. In den folgenden Jahren wurde die Hütte, im Zuge der allgemeinen Liquidation der Vereine, der Stadt Ruhla zugeführt, die ab sofort neuer Eigentümer war.

In den 50iger Jahren wurde sie  als Wander- und Ausflugsziel weiterentwickelt. In dieser Zeit war Martin Jäger Hüttenwirt, bis 1957 Udo Freiboth die Hütte übernahm und bis 1988 führte. Udo Freiboth bezog auch die Räumlichkeiten im Dachgeschoß und nutzte sie als Wohnung, wodurch seit dieser Zeit keine Übernachtungen mehr möglich waren.

1959 bekam Hütte elektrischen Strom und der Stromgenerator im Keller, sowie die Gaslampen im Gastraum wurden überflüssig. Kurz darauf wurde auch eine Telefonleitung von Ruhla aus hierher gelegt. Grundlegende Umbauten waren in den Jahren 1965/66, als die Toiletten nach außen verlegt und die Terrasse angebaut wurde. Auch die Theke wurde damals neu gestaltet, sowie der schöne grüne Kachelofen gesetzt.

Im Jahre 1989 übernahm Wolfgang Regensburg die „Ruhlaer Skihütte“, die seit Kriegsende so hieß, noch als Pachtobjekt. 1993 konnte er sie von der Treuhand erwerben. Im gleichen Jahr wurden, in einem stilgerechten Anbau, eine neue Küche und endlich wassergespülte Toiletten untergebracht. Im folgenden Jahr baute er neue Fenster ein und die Fassade wurde erneuert. 1999 wurde die, nunmehr schon fast baufällige, Terrasse saniert und etwas vergrößert. Im Jahre 2004 wurde das Dach vom Altbau neu gedeckt, womit die Sanierungsarbeiten vorerst abgeschlossen sind.

Am 1. Januar 2009 hat Wolfgang Regensburg die „Ruhlaer Skihütte“ an seinen Sohn Thomas abgegeben, der mit seinen Mitarbeitern (auch Vater, Mutter und seine Kinder gehören dazu) stets bemüht sein wird, die Hütte nach dem Gedanken der Altvorderen zu führen.